Definition und Beispiele

Um Gespräche mit möglicherweise verunsicherten oder verstörten Partnern führen zu können, ist es hilfreich, möglichst „gute“ Fragen zu stellen. Versuchen Sie, einen guten Ausgleich zu finden zwischen offenen und geschlossenen Fragen. Ihre Gesprächspartner sollten auf keinen Fall das Gefühl haben, dass Sie sie aushorchen oder „verhören“.

Geschlossene Fragen

Man kann nur mit ja oder nein antworten.

Offene Fragen

Sie erhalten Informationen.

Frage nach Unterschieden

Phänomene lassen sich leichter beschreiben, wenn man sie von anderen abgrenzt. Fragen nach Unterschieden sollen daher zur Klärung von Begrifflichkeiten und Bedeutungszuschreibungen im Kontext beitragen. Dabei wird streng differenziert zwischen Beschreiben, Erklären und Bewerten. So erfährt der Gesprächspartner, dass das beschriebene Phänomen nicht unbedingt an seine subjektiven Erklärungen und Bewertungen gebunden ist. Die Fragen nach den Unterschieden kann man grob in Fragen nach der Qualität und Fragen nach der Quantität der Unterschiede unterteilen.

Klassifikationsfragen

Sie zielen auf qualitative Unterschiede ab. Dabei werden Unterschiede in Sichtweisen und Beziehungen greifbar.

Beispiele: „Wer würde als Erster ..., wer zuletzt ...?“ Wenn man eine Rangfolge in Bezug auf ... erstellen wollte, wer käme an erster Stelle, zweiter Stelle ... letzter Stelle?“ „Wer freut sich über Ihren gelungenen Deal in der Abteilung am meisten? Wer am wenigsten?“ „Wer hatte am meisten das Bedürfnis heute zu gewinnen, wer am wenigsten?"

Prozentfragen

Prozentfragen ermöglichen unter anderem eine bessere Differenzierung und Präzisierung von Ideen, Problemen, Meinungen voneinander usw. in quantitativer Hinsicht. Je nach Bedarf können zusätzliche Skalierungen eingesetzt werden.

Beispiele: „Zu wie viel Prozent halten Sie dies für ... und zu wie viel Prozent hingegen für ...?“ „Zu wie viel Prozent halten Sie Ihr Problem für ein medizinisches, zu wie viel Prozent für ein psychisches?“ „Für wie felsenfest halten Sie auf einer Skala von 0 bis 100 % die Betrugsabsichten Ihrer Kollegin?

Übereinstimmungsfragen

Übereinstimmungsfragen haben zweierlei Funktionen. Zum einen geben sie Hinweise auf Koalitionen, zum anderen geben sie die Möglichkeit des Feedbacks zu vorherigen Äußerungen.

Beispiele: „Wer stimmt mit wem überein/nicht überein?“ „Stimmen Sie dem zu oder sehen Sie das anders?“ „Sind Sie der gleichen Meinung wie Ihr Kollege oder sehen Sie den Sachverhalt anders?“

Lösungsorientierte Fragen (Verbesserungsfragen)

In einem problembelasteten Kontext richtet sich der Fokus aller Beteiligten meist nur auf eben diesen. Solch ein eingeschränkter Blickwinkel verhindert die Wahrnehmung von Ressourcen, die zu einer Auflösung des Problems führen könnten. So scheint man sich von einer möglichen Lösung immer weiter zu entfernen. Lösungsorientierte Fragen hingegen verlagern diesen Fokus.

Fragen nach Ausnahmen von Problemen

Oft sehen die Beteiligten des Systems das Problem/Symptom als die Regel an: „Person X ist immer depressiv.“ Durch Fragen nach Ausnahmen wird wiederum verdeutlicht, dass das Problem nicht allgegenwärtig ist.

Beispiele: „Wie oft (wie lange, wann, wo) ist das Problem nicht aufgetreten?“ „Was haben Sie und andere in diesen Zeiten anders gemacht?“ „Wie könnten Sie mehr von dem machen, was Sie in Nicht-Problem-Zeiten gemacht haben?“