Wie erkennt man Mobbing?

Mobbing ist in vielen Unternehmen noch immer ein Tabu-Thema. Der Schnelltest bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre persönliche Situation zu evaluieren. Wenn Sie eine oder mehrere der angeführten Handlungen mindestens einmal in der Woche und mindestens über ein halbes Jahr hinweg erleben, dann sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Mobbing-Opfer.

Da dieser Test nur Anhaltspunkte liefern kann, ist es hilfreich, sich bei einem Mobbing-Verdacht Hilfe zu holen, z. B. bei Personen Ihres Vertrauens, beim Betriebsrat oder in der Mobbing-Beratung.

Waren Sie innerhalb der letzten 12 Monate einigen der folgenden Handlungen ausgesetzt?

1. In Bezug auf Ihre Kontakte

  • Ihr Vorgesetzter schränkt Ihre Möglichkeit ein, sich zu äußern
  • Andere Personen schränken Ihre Möglichkeit ein, sich zu äußern
  • Sie werden beim Reden ständig unterbrochen

Man übt Druck auf folgende Weise auf Sie aus:

  • Man schreit Sie an, schimpft laut mit Ihnen
  • Ständige Kritik an Ihrer Arbeit
  • Ständige Kritik an Ihrem Privatleben
  • Telefonterror
  • Mündliche Drohungen
  • Schriftliche Drohungen

Ihnen wird Kontakt auf folgende Weise verweigert:

  • Abwertende Blicke oder negativ besetzte Gesten
  • Andeutungen, ohne dass man etwas direkt ausspricht
  • nichts von all dem

2. Sie werden systematisch isoliert

  • Man spricht nicht mit Ihnen
  • Man will von Ihnen nicht angesprochen werden
  • Sie werden an einem Arbeitsplatz eingesetzt, an dem Sie von anderen isoliert sind
  • Den ArbeitskollegInnen wird verboten, mit Ihnen zu sprechen
  • Sie werden wie Luft behandelt
  • nichts von all dem

3. Ihre Arbeitsaufgaben werden verändert, um sie zu bestrafen

  • Sie bekommen keine Arbeitsaufgabe zugewiesen, Sie haben nichts zu tun
  • Sie bekommen sinnlose Arbeitsaufgaben zugewiesen
  • Sie werden für gesundheitsgefährdende Tätigkeiten eingesetzt
  • Sie erhalten Arbeitsaufgaben, die weit unter Ihrem Können liegen
  • Sie werden ständig zu neuen Arbeitsaufgaben eingeteilt
  • Sie erhalten „kränkende“ Arbeitsaufgaben
  • nichts von all dem

4. Angriffe auf Ihr Ansehen

  • Man spricht hinter Ihrem Rücken schlecht über Sie
  • Man verbreitet falsche Gerüchte über Sie
  • Man macht Sie vor anderen lächerlich
  • Man verdächtigt Sie, psychisch krank zu sein
  • Man will Sie zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen
  • Man macht sich über eine Behinderung, die Sie haben, lustig
  • Man imitiert Ihren Gang, Ihre Stimme und Gesten, um Sie lächerlich zu machen
  • Man greift Ihre politische oder religiöse Einstellung oder dergleichen an
  • Man greift Ihre Herkunft an bzw. macht sich darüber lustig
  • Sie werden gezwungen, Arbeiten auszuführen, die Ihr Selbstbewusstsein verletzen
  • Man beurteilt Ihre Arbeit in falscher und kränkender Weise
  • Man stellt Ihre Entscheidungen in Frage
  • Man ruft Ihnen obszöne Schimpfworte oder andere Ausdrücke nach
  • Man macht sexuelle Annäherungen oder sexuelle Angebote in Form von Worten
  • nichts von all dem

5. Gewalt und Gewaltandrohung

  • Sie werden zu Arbeiten gezwungen, die Ihrer Gesundheit schaden
  • Sie werden trotz Ihres schlechten Gesundheitszustandes zu gesundheitsschädlichen Arbeiten gezwungen
  • Man droht Ihnen mit körperlicher Gewalt
  • Man wendet leichtere Gewalt gegen Sie an, um Ihnen z. B. einen Denkzettel zu verpassen
  • Sie werden körperlich misshandelt
  • Jemand verursacht Ihnen Kosten, um Ihnen zu schaden
  • Jemand richtet an Ihrem Heim oder an Ihrem Arbeitsplatz Schaden an
  • Es kommt Ihnen gegenüber zu sexuellen Handgreiflichkeiten
  • nichts von all dem

 

Quelle: Gekürzte Fassung des von Heinz Leymann entwickelten LIPT-Fragebogens (Leymann Inventory of Psychological Terror). Deutsche Version von Klaus Niedl. dgvt.-Verlag, Tübingen.

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