In den nächsten 6 – 12 Monaten, wenn nicht länger, wird uns das Thema Corona begleiten. Daraus resultiert für das Thema Personalentwicklung, sich genau zu überlegen, wie Kompetenzentwicklung in Unternehmen vonstattengehen kann.

Ich denke, dass sich Personalentwickler sehr genau den Zweck von Personalentwicklungsmaßnahmen definieren sollten, um unter diesen verschärften Bedingungen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wozu soll eine Personalentwicklungsmaßnahme dienen:

Wissensaufbau kann sehr gut selbstorganisiert passieren. E-Learning, Blended Learning, Micro-Learning sind nur einige elektronische Formate, die dazu genützt werden könnten. Die Lehrenden haben die Rolle, das zu vermittelnde Wissen gut aufzubereiten und es für das Unternehmen so anzupassen, dass es anschlussfähig ist. Das „Vorkauen“ im Plenum wird wahrscheinlich stark rückläufig sein.

Geht es darum, richtige Abläufe und Prozesse zu lernen oder zum Beispiel die Funktonalität von Computerprogrammen, sind reine Präsenzformate auch nicht mehr nötig. Video – Tutorials und selbstorganisiertes Lernen werden auch hier einen Großteil abdecken können.

Diese Art zu Lernen braucht Übung und, auf Basis der Übung, eine Rückmeldung, ob der Lösungsweg richtig oder falsch ist. Diese Form des Lernens benötigt Feedback – Möglichkeiten. Hier stellen wir uns die Frage, ob das nicht genauso gut über Videokonferenzen geht.

Anders schaut es aus, wenn es um den Aufbau neuer Skills geht, wenn Kompetenzen entwickelt werden sollen. Besonders beim Aufbau sozialer Kompetenzen ist das Miteinanderarbeiten, Feedback geben und bekommen besonders wichtig. Auch hier ist ein Präsenzformat bei einigen Themen hilfreicher als bei anderen, aber, wie die Erfahrung der letzten Monate zeigt, nicht zwingend notwendig.

Viele Unternehmen veranstalten Personalentwicklungsmaßnahmen auch, damit sich die Führungskräfte vernetzen und so Beziehungen zu Kollegen aufbauen, mit denen sie nicht unmittelbar zu tun haben. Hier ist der Zweck, die Kommunikation in der Organisation zu erleichtern und zu verbessern.

Unsere Erfahrung ist, dass dieser Aspekt in Online Trainings nur dann abbildbar ist, wenn die Designs ein Miteinander in Kleingruppen bzw. die Arbeit in Duos zulassen und die Arbeit mit „offener“ Kamera möglich ist. Wir waren sehr positiv überrascht, wie viel da möglich ist.

Wie Personalentwicklungsmaßnahmen der Zukunft aussehen werden:

Wir vermuten, dass Personalabteilungen in den nächsten Wochen und Monaten ihr Angebot sehr genau prüfen und überlegen werden, welche Maßnahmen wirklich „notwendig“ sind, und auf welche man auch gut verzichten kann.

Wir glauben, dass es auch in den nächsten Monaten notwendig sein wird, Menschen in ihren fachlichen und sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Zusätzlich zu den schon vor Corona nötigen Kompetenzen brauchen Führungskräfte, Mitarbeiter und Experten eine Reihe von zusätzlichen Kompetenzen, die bisher eher ein „nice to have“ waren, allerdings mittlerweile für die Zusammenarbeit zwingend nötig sind:

  • Zusammenarbeiten in virtuellen Teams
  • Moderation von virtuellen Meetings
  • Führen in Veränderungssituationen
  • Remote Leadership
  • Offenheit für Veränderungen

Wie wir als Berater unterstützen:

Aus unserer Sicht sind Personalentwicklungsmaßnahmen nicht „mediengebunden“. Ganz gleich, auf welchem Medium man arbeitet, Personalentwicklung ist möglich. Unser Job als Berater ist es, Designs so anzupassen, dass sie den Lebensumständen der Mitarbeiter entgegenkommen. Wir haben schon bisher nicht „von der Stange“ gearbeitet, z. Zt. ist Customizing der Schlüssel zum Erfolg von Maßnahmen.

Wenn die Teilnehmer im Home-Office am Küchentisch arbeiten, die Kinder in der Wohnung sind und vielleicht auch der Partner im gleichen Raum sitzt, werden Maßnahmen eher nur halbtageweise möglich sein. Haben die Teilnehmer die Möglichkeit ungestört zu arbeiten, kann auch virtuelle 2-3 Tage „durchgearbeitet“ werden, mit der nötigen Anpassung von Übungen und Inputs.

Wir freuen uns, Sie beim Aufbau einer Corona tauglichen Personalentwicklung zu unterstützen.