In den ersten beiden Artikel der Serie „Agility in the Nutshell“ habe ich Agile Werte und Prinzipien vorgestellt. In diesem Artikel geht es um Agiles Mindset.

Unter Mindset verstehen wir Denkweisen, Haltungen, Einstellungen und Herangehensweisen an Problemstellungen. Agiles Mindset bedeutet, die klassischen Denkmuster über Zusammenarbeit und Führung zu verändern. Es geht ausdrücklich nicht darum, agile Methoden einzuführen, und gleichzeitig die alte Organisationsstruktur beizubehalten.

Agiles Mindset umfasst das Leben der agilen Prinzipien als Alltagsroutine und Selbstverständnis und nicht als „verordnetes Verhalten“. Das geht üblicherweise nicht von heute auf morgen, sondert erfordert vor allem von den Führungskräften zu reflektieren und das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen. Agiles Mindset braucht Zeit zum Wachsen.

Agiles Mindset heißt, beweglich zu sein, und sich den momentanen Bedingungen schnellstmöglich anzupassen. Es heißt auch, lernbereit zu sein, und sein eigenes Handeln in kleinen iterativen Schleifen zu gestalten und aus den jeweiligen Erfahrungen permanent seine Schlüsse zu ziehen.

Agiles Mindset zu haben bedeutet, dass man die Erfüllung des Kundenbedürfnisses im Fokus hat. Es geht darum, Vertrauen im Team aufzubauen, und die Kooperationsfähigkeit im Team zu stärken. Für Führungskräfte gilt es, die eigene Rolle so auszufüllen, dass man einen Rahmen schafft, dass das Team gut arbeiten kann.

Iterative Prozesse stellen sicher, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Agiles Mindset zu haben bedeutet in diesem Kontext, Veränderung als etwas völlig Normales zu sehen, und sich nicht dagegen zu wehren, sondern als Möglichkeit zum Lernen, als Ansporn zu Weiterentwicklung zu sehen. Die Arbeit mit Rückblende zur Reflexion von Ergebnis, Prozess und dem eigenen Verhalten ermöglichen ein schnelles Scheitern „fail fast“ und gleichzeitig viel zu lernen und sich selbst, das Team, die Arbeitsweise und die Beziehungen im Team stetig weiterzuentwickeln.

Agiles Arbeiten stellt das Produzieren eines Ergebnisses vor langwierige Planung. Wir erleben das Thema immer wieder als große Hürde, da gerade das Thema Planung meist klassisch hierarchisch geprägt ist. Auf Organisationsebene ist es meist ein weiter weg von klassischer Planung zu rollierender, kurzfristiger Planung.  

Wenn man sich mit Agilität auseinandersetzen möchte, empfehlen wir als ersten Schritt zu beleuchten, was es braucht, um die eigene Kooperationsfähigkeit zu reflektieren und Kompetenzen zur Zusammenarbeit mit anderen zu erwerben. Wir halten das für den ersten und entscheidenden Schritt um in der Zukunft im agilen Kontext erfolgreich arbeiten zu können. Coaching und Trainings sind hier bewährte Methoden, um einen ersten Schritt in Richtung agiles Mindset zu machen.