Es gehören immer zwei dazu, wenn ein Chef sich wie ein Ekelpaket verhält und jeder Mitarbeiter bekommt den Chef, den er verdient. In diesem Buch erfährt man Tipps und Tricks, wie man mit schwierigen Chefs umgeht. Wie leicht oder schwer man sich tut, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie sehr sind Sie persönlich betroffen? (physisch wie psychisch)
  • Wie mutig sind Sie?
  • Wie “gemein” ist Ihr Chef? Kann er sein Fehlverhalten kontrollieren oder ist er einfach menschlich zu vergessen?
  • Wie steht es mit der Unternehmenskultur?

Zu Beginn ist es wichtig, sich klar darüber zu sein, dass man keinen erwachsenen Menschen umerziehen kann. Auch keinen Chef. Als Mitarbeiter könnte man mit gutem Beispiel vorangehen und die Arbeitsatmosphäre vorleben, die man sich wünscht, in kleinen Schritten und möglichst ohne Trotzreaktionen.

Als Mitarbeiter sollte man gedanklich mit dem Worst Case Szenario anfangen und sich so Schritt für Schritt zu einer, für einen selbst, günstigeren Situation hinarbeiten. Man sollte selbst aktiver auftreten, um nicht zu einem “unfreiwilligen” Opfer zu werden und die eigenen Argumente und Gedanken testen, vielleicht auch sogar schriftlich festzuhalten, wie ein Drehbuch. Es gilt dabei ausdrücklich, darauf zu achten, nicht zu übertreiben oder nur Dampf abzulassen. Das würde schlussendlich nur in die Eskalation führen.

Der Leser sollte sich darauf einstellen, dass die Sichtweise, wie Sie und Ihr Chef sein Verhalten wahrnehmen, möglicherweise unterschiedlich ist. Sie halten ihn für chaotisch und launenhaft. Er sieht sich vielleicht als innovativer emotionaler Denker.

Wenn man den Chef auf das Erlebte ansprechen möchte, sollte man es bedürfnisorientiert mit Ich-Botschaften tun. Sie sollten die Situation, wie Sie sie erleben, so sachlich wie möglich darstellen und auch die Auswirkung auf ihre eigene Arbeit benennen. Wichtig ist auch, wünschenswerte Alternativen dazu zu beschreiben.

Als “mutiger” Mitarbeiter sollte man damit rechnen, dass man zwar von den anderen Kollegen verbal unterstützt wird, aber im entscheidenden Moment, wenn es darum geht, das eigene Unbehagen dem Chef gegenüber zu artikulieren, alleine sein wird.

Wichtig ist, den eigenen Vorgesetzten gut einordnen zu können und geeignete Strategien zu entwickeln. Die Autorin stellt einige typische Chefkategorien vor:

Nullen
Inkompetenten Chefs sollte man das Gefühl geben, dass sie alle Entscheidungen selbst treffen. Unsinnige Aufträge sollten Sie durch Verhandeln verändern oder aussitzen. Wichtig ist es, dass Sie den Entscheidungsprozess minutiös dokumentieren, damit eine Fehlentscheidung nicht durch die „Null“ später auf Sie abgewälzt wird.

Sklavenhalter
Manche Führungskräfte widmen ihr Leben zur Gänze dem Unternehmen. Sie verlangen auch das Gleiche von ihren Mitarbeitern. Die Autorin empfiehlt, die eigenen Grenzen zu kennen. Aufträge, die zusätzlich zum normalen Pensum kommen, anzunehmen, aber nur, wenn etwas anderes dafür verschoben werden kann. Sie empfiehlt Mut zum Verzug, um nicht permanent mehr aufgebürdet zu bekommen, Mobiltelefone am Wochenende auszuschalten und im Urlaub wirklich nicht erreichbar zu sein.

Vulkane
Wenn Choleriker einmal in Rage sind, hilft kein noch so sachlicher Tonfall. Auch Unterwerfung ist keine geeignete Idee. Die Autorin empfiehlt als Strategie, die eher Erfolg verspricht, abzuwarten, die andere Seite fest anzuschauen und keine Miene zu verziehen. Wenn der Choleriker beleidigend wird, ist geordneter Rückzug empfehlenswert und das Gespräch zu vertragen.

Plagiatoren
Chefs, die sich mit fremden Federn schmücken und Ihre Leistung als die eigene verkaufen, sind schwer zu stoppen. Ideen in großer Runde zu äußern bzw. an einen großen Verteiler zu schicken, kann etwas absichern. Manipulieren kann man diese Chefkategorie, indem man suggeriert, dass Änderungen seine Idee waren.

Überväter
Diese Chefkategorie findet man oft in Familienunternehmen, in denen der Chef als liebevoller Patriarch agiert, solange alle das tun, was er will. Sobald sich einer gegen ihn stellt, wird er zum “strafenden Souverän”. Diesem Chef geht es vor allem um die Anerkennung. Aufbegehren gegen ihn führt zu Strafexpeditionen. Die Autorin empfiehlt, dem Autokraten ob seiner Erfahrung Anerkennung zu zollen.

Überwachungsorgane
Manche Chefs würden am liebsten alles selbst tun bzw. kontrollieren jeden Schritt, den die Mitarbeiter tun, weil nur sie es wirklich “können”. Dieser Cheftyp braucht vor allem proaktive Information als Signal der Anerkennung. Die Anerkennung von solch einem Chef muss man sich langsam erarbeiten.

Sadisten
Gegen diese Art von Chef versagen praktisch alle Strategien, weil sich diese ihrer „Macken“ bewusst sind und sie absichtlich ausleben, um Angst zu schüren. Langfristig wird man als Mitarbeiter nicht glücklich werden. Kurzfristig kann man sich wehren, allerdings kostet das sehr viel Energie.

Natürlich tritt kaum ein Charakter sortenrein auf. Wichtig ist, für sich selbst eine geeignete Strategie zu entwickeln, wie man in dieser Situation am besten umgeht.