AI-Assistenten und AI Coaches basieren möglicherweise auf ähnlichen Technologien. Trotzdem erfüllen sie grundlegend unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend ist daher weniger, welches Sprachmodell eingesetzt wird. Entscheidend ist, wozu ein AI-System entwickelt wurde – und wie es sich gegenüber den Nutzer*innen verhält.

Seit wir Ralph vorstellen, führe ich sehr unterschiedliche Gespräche über künstliche Intelligenz.

Vor einigen Wochen meldete sich eine Organisation bei uns, die unser Whitepaper über den Coverdale AI Coach gelesen hatte. Das Interesse war groß. Wir vereinbarten einen Termin vor Ort, ich stellte Ralph vor und diskutierte mit den Verantwortlichen aus der Personalentwicklung mögliche Einsatzfelder: in der Kompetenzentwicklung, in Learning Journeys und bei der Begleitung von Menschen in ihrem beruflichen Alltag.

Die Diskussion wurde schnell konkret. Am Ende des Gesprächs wurde ich um ein Angebot gebeten.

Daraufhin stellte ich eine einfache Frage:

„Möchten Sie Ralph mit einer Testlizenz selbst ausprobieren?“

Die Antwort überraschte mich.

„Das würden wir gerne. Leider dürfen wir das nicht.“

Ich fragte nach.

„Unsere IT erlaubt derzeit keine Nutzung von KI-Systemen außerhalb unserer eigenen Infrastruktur.“

Ein paar Minuten später fiel noch ein zweiter Satz:

„Außerdem nutzen wir bereits Copilot.“

Dieses Gespräch ist mir im Gedächtnis geblieben. Es steht exemplarisch für viele Diskussionen, die wir derzeit führen.

Manche Organisationen beschäftigen sich bereits sehr konkret mit dem Einsatz von AI Coaches. Dort sitzen Personalentwicklung, Führungskräfteentwicklung und IT häufig gemeinsam am Tisch. Interessanterweise sprechen wir in diesen Gesprächen kaum über Sprachmodelle, Server oder technische Architekturen.

Die Fragen lauten vielmehr:

  • Wie kann ein AI Coach Menschen im beruflichen Alltag unterstützen?
  • Wie begleitet er Learning Journeys und Entwicklungsprogramme?
  • Wie hilft er bei schwierigen Gesprächen, Verhandlungen oder anspruchsvollen Entscheidungen?
  • Wie kann er dazu beitragen, Entwicklungsprozesse nachhaltiger zu gestalten?

Andere Organisationen befinden sich noch in einer frühen Orientierungsphase. Dort werden Copilot, ChatGPT, interne Assistenten und AI Coaches häufig gemeinsam betrachtet. Irgendwann fällt dann fast immer dieselbe Frage:

„Ist das nicht letztlich alles dasselbe?“

Je häufiger ich solche Gespräche geführt habe, desto klarer wurde mir: Wir vergleichen häufig die falschen Eigenschaften.

Wir vergleichen Technologien, Funktionen und Sprachmodelle. Dabei entscheidet aus meiner Sicht etwas anderes darüber, welchen Nutzen ein AI-System in einer Organisation tatsächlich entfalten kann:

Sein Auftrag.

Mit dieser Frage begann auch die Entwicklung von Ralph, unserem Coverdale AI Coach.

Ein Assistent und ein Coach erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Ein AI-Assistent unterstützt Menschen dabei, Aufgaben schneller oder einfacher zu erledigen. Er recherchiert Informationen, fasst Inhalte zusammen, erstellt Entwürfe oder bereitet Daten auf. Sein Auftrag besteht darin, die Nutzer*innen möglichst effizient zu einem Ergebnis zu führen.

Ein AI Coach verfolgt ein anderes Ziel. Er übernimmt die Auseinandersetzung mit einer Situation nicht. Er unterstützt Menschen dabei, das eigene Denken und Handeln zu reflektieren, Zusammenhänge zu erkennen, neue Perspektiven einzunehmen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Beides ist im beruflichen Alltag wertvoll. Entscheidend ist, wofür das AI-System eingesetzt werden soll.

Wer eine Präsentation erstellen, ein Protokoll zusammenfassen oder Informationen strukturieren möchte, braucht einen leistungsfähigen Assistenten.

Wer ein schwieriges Mitarbeitergespräch vorbereiten, einen Konflikt reflektieren, eine anspruchsvolle Entscheidung durchdenken oder das eigene Führungsverhalten weiterentwickeln möchte, braucht eine andere Form der Begleitung.

Deshalb haben wir Ralph als Coach für Fragen der Führung und Zusammenarbeit entwickelt.

Ein guter AI Coach braucht einen klaren Auftrag

Als wir mit der Entwicklung von Ralph begannen, stellten wir uns zunächst eine Frage:

Wie verhält sich ein guter Coach?

Diese Frage begleitet uns bei Coverdale seit vielen Jahren. Intern diskutieren wir immer wieder darüber, ob wir in der Führungskräfteentwicklung eigentlich Trainer*innen oder Coaches sind.

Unsere Antwort ist klar: Wir verstehen uns vor allem als Coaches.

Training unterstützt Menschen dabei, Wissen in anwendbares Können zu übersetzen. Kompetenz entwickelt sich, wenn Menschen dieses Können im Arbeitsalltag einsetzen, Erfahrungen sammeln und ihr Handeln reflektieren.

Deshalb schaffen wir Lern- und Entwicklungsräume, in denen Menschen ihre eigenen Fragestellungen bearbeiten, neue Verhaltensweisen ausprobieren und ihre Kompetenzen Schritt für Schritt weiterentwickeln können. Wir begleiten diese Prozesse durch Fragen, Reflexion und Perspektivenwechsel. Wo es hilfreich ist, ergänzen wir Modelle, Methoden oder konkrete Impulse.

Diese Haltung sollte auch Ralph prägen.

Ralph unterstützt Menschen dabei, ihre Situation genauer zu betrachten, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Lösungen zu entwickeln. Er begleitet Reflexionsprozesse, eröffnet neue Perspektiven und bringt dort fachliche Impulse oder konkrete Anregungen ein, wo sie den Entwicklungsprozess voranbringen.

Denn daran messen wir gutes Coaching: Wie gut unterstützt es Menschen dabei, eigene Antworten zu finden und ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln?

Was ein Kochrezept über gutes Coaching verrät

Während der Entwicklung von Ralph verwendeten wir intern immer wieder einen Satz:

Ralph bleibt beim Thema.

Ein IT-Verantwortlicher einer großen Organisation grinste, als er das hörte, und meinte:

„Das werden wir sehen. Bisher habe ich noch jede KI irgendwann dazu gebracht, mir ein Kochrezept zu liefern.“

Die Herausforderung war angenommen.

In den folgenden Tagen testete er Ralph immer wieder. Dabei ging es ihm natürlich nicht um das Kochrezept. Er wollte herausfinden, ob Ralph seinen Auftrag tatsächlich ernst nimmt.

Einige Tage später kam er wieder vorbei.

„Ich habe es nicht geschafft“, sagte er lächelnd.

„Was genau?“, fragte ich.

„Das Kochrezept. Ralph bleibt tatsächlich beim Thema.“

Ich muss zugeben: Darüber haben wir uns sehr gefreut. Denn genau das wollten wir erreichen.

Während der Entwicklung untersuchten wir intensiv, wie lange Ralph den Fokus halten kann. Wir führten Gespräche über viele Stunden, wechselten Perspektiven, brachten neue Gedanken ein und veränderten die geschilderten Situationen. Uns interessierte, ob Ralph auch nach vielen Gesprächsschleifen das ursprüngliche Anliegen im Blick behält und den roten Faden weiterführt.

Warum war uns das so wichtig?

Weil Kompetenzentwicklung Zeit und Aufmerksamkeit braucht.

Menschen kommen selten mit einfachen Fragestellungen zu einem Coach. Es geht um Konflikte, schwierige Mitarbeitergespräche, anspruchsvolle Entscheidungen oder komplexe Veränderungsprozesse.

Nachhaltige Entwicklung kann entstehen, wenn Menschen einem Thema genügend Aufmerksamkeit widmen, Zusammenhänge erkennen, verschiedene Perspektiven einnehmen und daraus eigene Erkenntnisse ableiten.

Ralph hilft dabei, Gedanken zu strukturieren, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Schritt für Schritt Klarheit zu gewinnen. Wenn sich ein Gespräch in eine völlig neue Richtung entwickelt, weist er darauf hin und klärt, ob der Themenwechsel bewusst erfolgen soll.

Den Weg bestimmen weiterhin die Nutzer*innen. Ralph achtet darauf, dass dabei das ursprüngliche Anliegen nicht aus dem Blick gerät.

Warum Ralph nicht mit allen Menschen gleich arbeitet

Wer bereits mit unterschiedlichen Coaches gearbeitet hat, weiß: Menschen denken, lernen und entwickeln sich auf unterschiedliche Weise.

Manche Menschen kommen am besten weiter, wenn ihnen Fragen gestellt werden. Andere wünschen sich zwischendurch einen Impuls, eine Methode oder eine zusätzliche Perspektive. Wieder andere möchten ihre Überlegungen mit konkreten Ideen und Handlungsmöglichkeiten abgleichen, bevor sie eine Entscheidung treffen.

Für uns war daher von Anfang an klar: Wenn Ralph Menschen in ihrer Entwicklung begleiten soll, muss er sich auf ihre Bedürfnisse einstellen können.

Nutzer*innen können deshalb festlegen, wie Ralph sie begleiten soll:

Reflektierend.
Ausgewogen.
Erklärend.

Im reflektierenden Modus begleitet Ralph den Denkprozess vor allem durch Fragen. Er unterstützt die Nutzer*innen dabei, ihre Situation selbst zu analysieren, Annahmen zu überprüfen und eigene Antworten zu entwickeln.

Im ausgewogenen Modus verbindet er Reflexion mit fachlichen Impulsen, passenden Modellen und alternativen Sichtweisen.

Im erklärenden Modus bietet Ralph zusätzlich konkretere Vorschläge, Empfehlungen und fachliche Hinweise an. Gleichzeitig unterstützt er die Nutzer*innen dabei, diese auf ihre eigene Situation zu übertragen.

Auch innerhalb eines Gesprächs bleibt diese Begleitung flexibel. Denn Bedürfnisse können sich im Verlauf eines Coachingprozesses verändern.

Manchmal möchte eine Führungskraft zunächst ihre Gedanken sortieren. An einem anderen Punkt helfen konkrete Ideen dabei, zusätzliche Möglichkeiten zu erkennen. Und manchmal entsteht der Wunsch, einen bestimmten Gedanken konsequent weiterzuverfolgen.

Dann genügt ein kurzer Hinweis:

„Gib mir bitte mehr konkrete Ideen.“

„Ich möchte das lieber selbst entwickeln.“

„Lass uns diesen Gedanken weiterverfolgen.“

Ralph passt seine Begleitung unmittelbar an.

Der Auftrag prägt die Zusammenarbeit

AI-Assistenten und AI Coaches müssen nicht als konkurrierende Systeme betrachtet werden. Sie lösen unterschiedliche Aufgaben.

Ein Assistent hilft Menschen dabei, schneller zu einem Arbeitsergebnis zu kommen.

Ein Coach begleitet sie dabei, ihre Situation zu verstehen, ihr Handeln zu reflektieren und eigene Lösungen zu entwickeln.

Ralph wurde für genau diese Form der Begleitung konzipiert. Sein Schwerpunkt liegt auf Führung und Zusammenarbeit: bei schwierigen Gesprächen, Konflikten und Entscheidungen, in Simulationen sowie bei der Begleitung von Learning Journeys.

Dabei gibt Ralph den Nutzer*innen nicht einfach vor, was sie tun sollen. Er unterstützt sie auf dem Weg vom Können zur Kompetenz – durch Anwendung, Reflexion und die bewusste Weiterentwicklung des eigenen Handelns.

Denn am Ende zeigt sich die Qualität eines AI Coaches nicht daran, wie viele Antworten er liefern kann.

Sie zeigt sich daran, wie gut er Menschen dabei unterstützt, ihre eigenen Antworten zu entwickeln und daraus wirksames Handeln abzuleiten.

Sie möchten erleben, wie Ralph bei konkreten Fragen aus Führung und Zusammenarbeit arbeitet? Lernen Sie den Coverdale AI Coach in einer kostenlosen Demo kennen.

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