Wird in Ihrem Unternehmen auch schon diskutiert, wie man agiler wird? Oder sind Sie schon angekommen – in der vollständig agil aufgestellten Organisation? Wie auch immer – Agilität ist nun bereits seit einigen Jahren der Megatrend in der Managementberatung. Wir möchten Sie mitnehmen auf die Reise in die schöne neue agile Welt.

Agiles Unternehmen – was bedeutet das eigentlich?

Herkömmliche (nicht agil aufgestellte) Unternehmen sind primär auf zwei verschiedene Arten organisiert: prozessorientiert oder projektorientiert.

  • Prozessorientierung findet man häufig in Unternehmen, in denen produziert und gefertigt wird. Um gewinnbringend zu arbeiten, müssen dort die Prozesse immer weiter optimiert werden.
  • Im Gegensatz dazu sind z. B. die meisten Unternehmen der Baubranche projektorientiert aufgestellt. Hier gilt es, das einzelne Projekt möglichst effizient zu gestalten.

Beide Organisationsformen haben eines gemeinsam: sie sind stark nach innen gerichtet. Häufig beschäftigt sich das Management solcher Unternehmen zu einem hohen Maß mit sich selbst. Ein Beispiel dafür ist die vorhin genannte Prozessoptimierung in der Fertigung. Da kann es schon einmal passieren, dass man hervorragend optimierte Prozesse hat, diese dann aber wegen gänzlich veränderter Kundenwünsche hinfällig sind.

In agilen Unternehmen findet sich daher ein anderes Prinzip an oberster Stelle: Der Kunde steht im Mittelpunkt. Die Organisation orientiert sich daran, wie die Kundenbedürfnisse am besten befriedigt und die Erwartungen des Kunden erfüllt (oder noch besser übertroffen) werden können.

Wozu agil?

Nun, Sie werden jetzt sagen: „Wir arbeiten doch auch kundenorientiert!“ Das stimmt natürlich.

Der Unterschied liegt in der Ausrichtung der Organisationsform. Im agilen Unternehmen ist die Organisationform auf den Kunden ausgerichtet. Bei jeder Entscheidung steht folgende Frage im Vordergrund: „Welche Auswirkung hat das auf unsere Kunden?“. Und zwar jeweils kurzfristig, mittelfristig und langfristig.

Das führt dazu, dass ein agiles Unternehmen sehr nah am Kunden agiert. Veränderungen in den Kundenbedürfnissen werden rasch erkannt und die Organisation kann sofort reagieren – agil eben. Und das ist in der heutigen Zeit wichtig. Um sich im immer härter werdenden Wettbewerb durchzusetzen, braucht es immer kürzere Innovationszyklen. Das Motto lautet: schneller, höher, weiter. Ich möchte hier nicht darüber philosophieren, ob das gut oder schlecht ist – es ist einfach eine Tatsache.

Wie funktioniert eine agile Organisation?

Neben der bereits vorgestellten Kundenorientierung folgt eine agile Organisation dem Prinzip der Selbst- und Eigenverantwortung. Entscheidungen werden dort getroffen, wo die größte Expertise vorhanden ist.

Die Aufgabe des Managements ist es, diese Entscheidungsprozesse möglichst optimal zu unterstützen. Die Führungskräfte nehmen in einer agilen Organisation eher die Rolle eines Coaches ein und sorgen dafür, dass sich die Organisation weiter entwickeln kann.

Große Bedeutung kommt auch dem Thema Unternehmenskultur zu. Die Entwicklung von Unternehmenswerten und das Vorleben dieser Werte durch die Führungskräfte ist von essenzieller Bedeutung. So entsteht mit der Zeit eine agile Unternehmenskultur, die von der gesamten Belegschaft mitgetragen wird.

Und das ist wiederum entscheidend für einen weiteren Erfolgsfaktor agiler Organisationen: Gute Zusammenarbeit. Nur wenn es gelingt, die Zusammenarbeit zwischen Teams und Abteilungen optimal zu gestalten, wird Agilität funktionieren. Auch in diesem Punkt kommt den Führungskräften eine große Verantwortung zu. Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Zusammenarbeit funktionieren kann, Konflikte frühzeitig erkennen und klären sind wichtige Aufgaben der Leader. Dafür braucht es Offenheit und die Bereitschaft, auch sich selbst ständig weiter zu entwickeln.

Welche agilen Methoden gibt es?

Spricht man von agilen Organisationen, kommt man an SCRUM nicht vorbei. Diese Methodik stammt ursprünglich aus der Software-Entwicklung, kann aber für alle Arten von Produktentwicklung verwendet werden. Auch bei SCRUM steht die Kundenorientierung an erster Stelle.

So versucht man, möglichst kurze Entwicklungsschritte, sogenannte Sprints, durchzuführen (meist ca. 3-4 Wochen), um sich dann nach jedem Schritt Kundenfeedback einzuholen. Dieses Feedback fließt dann unmittelbar in die weitere Produktplanung und den nächsten Sprint ein. Ein anderer Ansatz ist das sogenannte Design Thinking. Hier geht es darum, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht überzeugend sind. Auch hier steht also das Prinzip der Kundenorientierung im Mittelpunkt.

Neugierig geworden?

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